Schmerzmedizin

Viele Erkrankungen sind für den Patienten mit Schmerzen verbunden. Im Prinzip sind Schmerzen aber ein eigenständiges Krankheitsbild. Vor allem wenn Sie chronifizieren und der Patient über mehrere Monate unter ihnen leidet, kann man nicht mehr nur den ursprünglichen Auslöser behandeln.

Inzwischen werden diese Patienten von spezialisierten Schmerzmedizinern betreut, die die unterschiedlichen Schmerzarten diagnostizieren und dementsprechend behandeln. Mit einer individuell auf den Patienten abgestimmten Therapie kann heute nahezu jeder Schmerz behandelt werden. Eine effiziente Schmerzlinderung – im besten Fall sogar eine völlige Schmerzbefreiung – sind die Ziele der Schmerzmedizin. Dafür stehen neben Medikamenten auch andere Behandlungsmöglichkeiten, wie z.B. Bewegungstherapie, Akupunktur oder Entspannungsverfahren zur Verfügung.

Schmerz hat viele Gesichter

Jeder Betroffene empfindet Schmerzen unterschiedlich, manchmal spielt auch die individuelle Tagesform eine Rolle. Verschiedene Schmerzskalen helfen dem Arzt bei der Messung des Schmerzes. Bei chronischen Schmerzen ist es hilfreich, ein sogenanntes Schmerztagebuch zu führen, um den Schmerz systematisch zu dokumentieren. Je nach Schmerzart wird der Schmerz als stechend, brennend, pochend oder ziehend wahrgenommen. Er kann plötzlich "einschießen" und nur kurz auftreten oder lang anhaltend sein. In vielen Fällen entstehen Schmerzen durch Verletzungen, muskuläre Veränderungen, einseitige Belastung, Fehlhaltung, Entzündungen. Auch Tumore, starker Druck und hohe Temperaturunterschiede können Schmerzen hervorrufen.

Akut oder chronisch?

Der akute Schmerz tritt plötzlich auf und hat eine Warnfunktion. Er weist den Körper darauf hin, dass es sinnvoll ist, Gegenmaßnahmen einzuleiten. So hebt man beispielsweise reflexartig den Fuß wieder an, wenn man in eine Scherbe getreten ist. Der akute Schmerz und die schnelle Reaktion des Körpers verhindern somit schlimmere Verletzungen. Akuter Schmerz ist zeitlich begrenzt, und in den meisten Fällen ist die Ursache des Schmerzes erkennbar, z.B. Zahnschmerzen, Verbrennungen, Prellungen, etc.  Anders ist es bei chronischen Schmerzen: Diese sind oft auch dann noch vorhanden, wenn ihre Ursache bereits verheilt ist. Chronische Schmerzen können sich zu einem eigenen Krankheitsbild entwickeln und so zu einer anhaltenden Belastung für die Betroffenen werden. Wenn der Schmerz mehr als drei bis sechs Monate vorhanden ist, spricht man von einem chronischen Schmerz.