Schmerzen bei Tumorerkrankungen

Nicht jeder Tumor verursacht Schmerzen. In den Frühphasen sind die meisten Tumore oft völlig symptomfrei. Andererseits gibt es auch Tumore, die bereits in frühen Stadien heftige Schmerzen auslösen. Der Schmerz muss also nicht zwangsläufig auf das Stadium der Erkrankung hinweisen. Hinzu kommt, dass auch die Behandlung des Krebses (zum Beispiel Chemotherapie und/oder Bestrahlung) trotz einer guten Basismedikation schmerzhaft sein kann.

Schmerzen unterschiedlicher Ausprägung

Die durch eine Krebserkrankung entstehenden Schmerzen können vielfältige Formen annehmen. Sie betreffen sowohl Knochen als auch weiches Gewebe, sie sind pochend oder dumpf, von Dauer, schleichend oder plötzlich auftretend. Sie verschwinden binnen Minuten wieder oder können über Stunden anhalten. Jeder Patient weist individuelle Symptome auf. Mit einer auf die spezifischen Bedürfnisse jedes Patienten angepassten Schmerztherapie können jedoch nahezu 90 Prozent aller Schmerztypen behandelt werden.

Hochwirksame Medikamente helfen

Das Ziel der Schmerztherapie ist die Behandlung der körperlichen Beschwerden, und zwar möglichst ohne belastende Nebenwirkungen wie zum Beispiel Müdigkeit. Die betroffene Person soll sich so aktiv wie möglich ihrer Umwelt zuwenden können. Die medikamentöse Tumorschmerztherapie kann in Form von Tabletten, Tropfen, Zäpfchen, Schmerzpflastern, Spritzen oder Schmerzpumpen verabreicht werden.

Schmerzspitzen nicht einfach aushalten

Neben den so genannten kontrollierten Dauerschmerzen leiden viele Patienten auch unter heftigen Schmerzspitzen, genannt Durchbruchschmerzen. Hierbei handelt es sich um kurze, heftige Schmerzattacken, die auftreten, obwohl die Patienten bereits Schmerzmittel erhalten haben. Zusätzlich zu den therapeutischen Maßnahmen gegen den Dauerschmerz stehen extrem rasch über die Schleimhaut von Mund und/oder Nase wirkende Opioide zur Verfügung, die der Arzt bei Bedarf verschreiben kann. Sie wirken nur sehr kurz und decken somit die Zeitperiode der Schmerzspitzen gut ab.

Viele von uns wurden dazu erzogen, tapfer und stark zu sein und Schmerzen auszuhalten. Manche Betroffene denken deshalb vielleicht, dass sie Schmerzen aushalten müssen und an den Schmerzen als Teil der Krankheit sowieso nichts ändern können. Es lohnt aber nicht, dauerhafte Schmerzen oder Schmerzattacken auszuhalten, weil der Schmerz den gesamten Krankheitsverlauf negativ beeinflussen und zu starken Einschränkungen im Alltag führen kann. Ärzte können aber nur dann helfen, wenn Patienten ihnen genau erklären, was sie empfinden.

Neben Schmerzen leiden Menschen in palliativen Situationen oft an Appetitlosigkeit und Abneigung gegenüber bestimmten Lebensmitteln. Eine Rezeptbroschüre klärt über die Zusammenhänge auf und gibt Anregungen für die tägliche Küche.

Broschüre Palliativernährung


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