Krebserkrankungen

Die Diagnose Krebs ist für Betroffene immer ein Schock und mit vielen Ängsten verbunden. Auch wenn nicht jeder Krebs in jedem Stadium geheilt werden kann, steht heutzutage eine Vielzahl effektiver Therapieoptionen bereit, mit denen dieser Diagnose begegnet werden kann.

Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland zählen bei erwachsenen Frauen Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs, bei erwachsenen Männern Prostatakrebs. Darmkrebs, Lungenkrebs, Hautkrebs, und Lymphdrüsenkrebs (Lymphom) sind weitere, bei beiden Geschlechtern häufig auftretende Krebsarten. Kinder erkranken besonders häufig an Leukämie. Insgesamt sind derzeit rund 300 Krebsarten bekannt. Da diese große Unterschiede in Entstehung, Symptomatik und Krankheitsverlauf aufweisen, sind allgemeine Aussagen zur Krebstherapie und deren Heilungschancen nicht möglich. Zu den häufigsten Therapieformen gehören heute die operativen Verfahren, die Bestrahlung, die Chemotherapie und die Therapie mit Antikörpern oder Hormonen.


Meist Begleittherapie notwendig

Neben der direkten Behandlung des Tumors werden meist auch angezeigte medikamentöse und nichtmedikamentöse Begleittherapien durchgeführt. Diese ergeben sich in der Regel aus den Nebenwirkungen der primären Krebstherapie oder beispielsweise durch den Tumor verursachte Schmerzen. Die Verbesserung altbewährter und die Entwicklung neuartiger Krebstherapien haben in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass viele Krebserkrankungen erfolgreich bekämpft werden können. Zudem hat sich die Lebensqualität der von Krebs betroffenen Patienten durch die systematische Behandlung der psychischen Folgen einer Krebserkrankung deutlich verbessert. Auch für Krebspatienten mit einer begrenzten Lebenserwartung wurde die Versorgung deutlich verbessert. Durch den Ausbau der palliativmedizinischen Versorgung wird diesen Patienten heute ein weitgehend schmerzfreies und würdevolles Lebensende ermöglicht.
Begleittherapie notwendig

Wie entsteht Krebs? – Unkontrollierte Zellteilung

Ist unser Körper gesund, wird das Zellgewebe aus denen die Organe bestehen gleichmäßig durch Zellteilung gebildet und regeneriert. Es besteht ein Gleichgewicht zwischen der Neubildung und dem Absterben alter Zellen. In der Fachsprache nennt man diesen Zustand auch Homöostase. Bei einer Krebserkrankung gerät dieses Gleichgewicht außer Kontrolle, da sich bestimmte Abschnitte der bei der Zellteilung weitergegebenen Erbsubstanz (Gene) so verändert haben, dass der natürliche „Selbstmordmechanismus“ (Apoptose) einer Zelle ausgeschaltet wird. Die so entstehenden Krebszellen haben nahezu eine unbegrenzte Lebenserwartung und teilen sich ungehemmt immer weiter. Dabei entstehen Gewebeansammlungen (Tumor), die auch benachbartes Gewebe befallen und Ableger (Metastasen) in anderen Organen oder Körperregionen bilden können.

Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Allein in Deutschland erhalten jährlich rund 70.000 Frauen pro Jahr1 diese Diagnose. Heute bestehen dank Früherkennung wie der Mammographie und moderner Therapieansätze in der Regel gute Heilungschancen. Die Ursachen einer Brustkrebserkrankung sind vielfältig. Neben der individuellen Lebensführung und Umweltfaktoren spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. Sind bereits mehrere Familienmitglieder an Brustkrebs erkrankt, ist daher eine regelmäßige Vorsorge besonders zu empfehlen.

Individuelle Therapie notwendig

 
Je nach Art und Stadium des Brustkrebses ist eine individuelle Therapie notwendig. Dabei steht neben der Erhaltung der Lebensqualität der Patienten insbesondere bei Frauen auch die Erhaltung der natürlichen Brust im Vordergrund.

Entscheidend für die Therapiewahl ist dabei meist die Frage, ob es sich um einen einzelnen Tumor handelt oder sich bereits Metastasen, also weitere Tumore an anderen Körperstellen gebildet haben. Der erste Behandlungsschritt ist dabei oftmals die operative Entfernung des Tumors. Eine Bestrahlung des betroffenen Gewebes, Chemotherapie, Hormontherapie oder eine Therapie mit Antikörpern können folgen.
QUELLEN (STAND: APRIL 2019):

Akute Leukämie

Akute Promyelozytenleukämie – potentiell lebensbedrohlich

Die akute Promyelozytenleukämie (APL) ist eine Unterform der akuten myeloischen Leukämie (AML). Die AML ist eine bösartige Erkrankung der Blutbildung, bei der das Knochenmark nur noch unreife weiße Blutkörperchen produziert. Diese nennt man Leukämiezellen oder Blasten. Sie breiten sich sehr schnell im Knochenmark, Blut und manchmal auch in anderen Organen aus. Verursacht wird die Krankheit durch Veränderungen im Erbgut von Knochenmarkzellen. Die Überproduktion von Leukämiezellen führt dazu, dass die normale Blutbildung verdrängt wird und ein Mangel an reifen weißen Blutkörperchen (Leukozyten), roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) entsteht. Bei der APL ist eine bestimmte Vorläuferform der weißen Blutkörperchen, die so genannten Promyelozyten betroffen.

APL aufgrund möglicher starker Blutungen sofort behandeln

Die APL verursacht bei den Patienten eine ausgeprägte Störung der Blutgerinnung, die zu plötzlichen starken inneren und äußeren Blutungen führen kann. Deshalb muss die APL sofort therapiert werden. Mögliche Symptome sind:
  • Bluthusten, Blut im Urin und/oder Stuhl, vaginale Blutungen, Schleimhautblutungen
  • Blutergüsse und blaue Flecken
  • Müdigkeit und Leistungsabfall
  • Blässe
  • Erhöhte Anfälligkeit für Infekte

APL lässt sich heutzutage gut behandeln

Für die Vorhersage der Heilungsprognose spielen insbesondere die Leukozyten- und die Thrombozytenzahlen vor Behandlungsbeginn eine Rolle – je weniger Leukozyten und je mehr Thrombozyten desto besser. Ebenso sind das Lebensalter und Begleiterkrankungen von Bedeutung. Die Heilungsraten bei Nicht-Hochrisiko-Patienten liegen bei über 90 Prozent, bei Hochrisiko-Patienten liegt das Langzeitüberleben mit der heute verfügbaren Therapie bei bis etwa 85 Prozent. Durch den Einsatz moderner, wirksamer Medikamente konnte die Heilungsrate in den letzten Jahren deutlich erhöht werden. Drei Viertel der Patienten haben eine sehr gute Prognose.

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Neutropenie

Neutropenie – wenn die Zahl der weißen Blutkörperchen abnimmt

Wenn aufgrund der medikamentösen Krebstherapie mit Zytostatika (Chemotherapie) die Bildung der weißen Blutkörperchen (neutrophilen Granulozyten) gehemmt wird, steigt das Risiko für schwere Infektionen. Diese Nebenwirkung wird als Neutropenie bezeichnet. Die Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems ist aber gerade für die durch ihre Krebserkrankung ohnehin schon geschwächten Patienten gefährlich. Eine weitere Chemotherapie kann dann oft nicht mehr in der gewünschten Dosierung oder im richtigen Zeitabstand verabreicht werden, wie es für eine optimale Wirkung erforderlich wäre. Für den positiven Verlauf der Erkrankung ist es deshalb wichtig, dass die Nebenwirkung Neutropenie verhindert oder im Ausmaß so abgeschwächt wird, dass die Chemotherapie wie geplant durchgeführt werden kann.

Wachstumsfaktoren stimulieren die neutrophilen Granulozyten

In der Regel wird vor jedem Zyklus einer Chemotherapie und im Verlauf ein Blutbild erstellt, um möglichst frühzeitig eine Neutropenie zu erkennen. Wenn das Risiko einer Neutropenie beziehungsweise einer febrilen Neutropenie hoch ist, verabreicht der behandelnde Arzt zusätzlich zur Chemotherapie den Wachstumsfaktor G-CSF. Der Granulozyten-koloniestimulierende Faktor (G-CSF) regt das Knochenmark an, mehr weiße Blutkörperchen zu bilden, beschleunigt deren Reifung und intensiviert ihre Funktion. Dadurch sinkt das Risiko für die Entwicklung einer schweren Neutropenie, die Regeneration erfolgt schneller und der nachfolgende Chemotherapiezyklus kann mit höherer Wahrscheinlichkeit wie geplant durchgeführt werden.

Supportivtherapien

In der modernen Krebstherapie ist neben der direkten Bekämpfung des Tumors und der Vermeidung von Metastasenbildung die Erhaltung einer bestmöglichen Lebensqualität des Patienten eines der wichtigsten Therapieziele. Dabei steht stets die Erhaltung der individuellen Lebensqualität des Betroffenen im Mittelpunkt.


Therapiebedingte Nebenwirkungen

Nahezu alle Krebstherapien haben zum Teil starke Nebenwirkungen. Diese hängen stark von den gewählten Medikamenten und vom individuellen Gesundheitszustand des Patienten ab. Zu den häufigsten Symptomen gehören allgemein Übelkeit und Erbrechen, Blutbildveränderungen, Schleimhautentzündungen und Haarausfall. Eine Nebenwirkung der Chemotherapie ist die Hemmung der Bildung weißer Blutkörperchen und damit einhergehend das steigende Risiko für schwere Infektionen. Diese Nebenwirkung wird als Neutropenie bezeichnet. Viele dieser Nebenwirkungen sind vor Therapiebeginn absehbar. Sie können daher oftmals durch Gabe von anderen Medikamenten (Supportivtherapie) abgemildert oder ganz vermieden werden.

Supportivtherapie bei krebsbedingten Schmerzen

Viele der an Krebs erkrankten Personen leiden im Laufe der Erkrankung an starken Schmerzen. Wenn Schmerzen auftreten, bestehen heute gute Möglichkeiten, diese zu behandeln. Das Ziel der Schmerztherapie ist die Behandlung der körperlichen Beschwerden, und zwar möglichst ohne belastende Nebenwirkungen wie zum Beispiel Müdigkeit. Neben der notwendigen Therapie eines Dauerschmerzes ist es oft zudem notwendig, Schmerzspitzen, genannt Durchbruchschmerzen zu lindern. Hierbei handelt es sich um kurze, heftige Schmerzattacken, die auftreten, obwohl die Patienten bereits eine Schmerz-Basistherapie erhalten. Zusätzlich zu den therapeutischen Maßnahmen gegen den Dauerschmerz stehen hierzu extrem rasch über die Schleimhaut von Mund und/oder Nase wirkende Opioide zur Verfügung, die der Arzt bei Bedarf verschreiben kann.


Psychischen Belastungen begegnen

 
Eine Krebserkrankung ist für viele Betroffene nicht nur mit körperlichen, sondern auch mit psychischen Belastungen verbunden. So leiden Krebspatienten oft unter Ängsten, einem diffusen Gefühl der Anspannung und Niedergeschlagenheit bis hin zur Depression. Die ohnehin durch eine Krebserkrankung meist eingeschränkte Lebensqualität wird durch diese Begleiterkrankungen zusätzlich gemindert. Die medizinische Disziplin, die sich auf psychische Erkrankungen in Folge einer Krebserkrankung befasst, nennt man Psychoonkologie. Ziel einer psychoonkologischen Behandlung ist es, gemeinsam mit dem Patienten Strategien zu entwickeln, dass dieser lernt mit seiner Krankheit umzugehen und den Alltag soweit möglich weiterhin selbst zu bewältigen.

Palliativmedizinische Versorgung

Trotz moderner Behandlungsmethoden ist es heute leider nicht möglich, jede Krebserkrankung zu heilen. Für manche Patienten macht es die Diagnose Krebs daher notwendig, sich intensiv mit dem absehbaren eigenen Lebensende zu beschäftigen. Mit dieser Vorstellung sind oft viele Ängste und Fragen verbunden. Die Palliativmedizin hat sich der Aufgabe verschrieben, Patienten mit einer begrenzten Lebenserwartung ein würdevolles Lebensende möglichst ohne Schmerzen und anderen psychologischen und sozialen Problemen zu ermöglichen. Die palliativmedizinische Versorgung geht dabei immer auf die individuellen Probleme jedes Patienten ein und kann sowohl in dessen gewohnter Umgebung oder einer speziellen Einrichtung wie beispielsweise einem Hospiz erfolgen.

Ernährungsrezepte für mehr Lebensqualität bei Krebs

Menschen in palliativen Situationen leiden oft an Appetitlosigkeit und Abneigung gegenüber bestimmten Lebensmitteln. Eine Broschüre klärt über Zusammenhänge auf und gibt mit Rezepten, die speziell auf die Bedürfnisse von Krebspatienten in palliativen Situationen abgestimmt sind, Anregungen für die tägliche Küche. 
Während einer Tumorbehandlung ist es von großer Bedeutung, mit ausreichender Zufuhr von Kalorien und Nährstoffen normales, gesundes Gewebe aufzubauen, Kraft zurückzugewinnen und einem Gewichtsverlust entgegenzuwirken.

 

Oft fällt es jedoch schwer, sich während einer Tumorbehandlung bzw. einer Strahlen- oder Chemotherapie ausreichend zu ernähren. Häufig fehlt der Appetit, und Nebenwirkungen der Behandlung, wie Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsprobleme, können die Nahrungsaufnahme erschweren.
Lebensmittel und deren fachgerechte Zubereitung spielen daher eine wichtige Rolle bei der Ernährung von Krebspatienten, insbesondere bei der Behandlung von Chemotherapie induzierten Nebenwirkungen (Neutropenie, Anämie, Schmerz etc.).
Für onkologische Patienten ist es notwendig auf die Ernährung zu achten, um den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern und den Gewichtsverlust zu verhindern. Auch kann das Geschmacksempfinden in einigen Fällen gestört sein.



Oft ist es hilfreich, mehrere kleine Mahlzeiten in den Tagesablauf einzubauen und für geschmackliche Varianz mit Aromen zu sorgen. Beide Broschüren richten sich sowohl an Patienten als auch an Pflegekräfte oder Angehörige. Neben den Rezepten enthalten die Broschüren auch Tipps, was man bei bestimmten körperlichen Symptomen infolge der Behandlung der Tumorerkrankung machen kann.
Bild Rezeptbuch

Was tun bei Übelkeit und Erbrechen:

  • Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als wenige große Portionen.
  • Beim Kochen wenig Fett und wenig Würzmittel verwenden und auch nicht zu viel süßen.
  • Süße, scharfe, frittierte, fettige oder geruchsintensive Speisen meiden.
  • Das Essen riecht weniger stark, wenn es lauwarm oder kalt ist.
  • Zu enge Kleidung um den Bauch vermeiden und lieber bequeme, locker sitzende Kleidung tragen.
  • Nach dem Essen und während der Ruhezeiten sollte der Oberkörper nicht zu flach liegen.
  • Den Oberkörper für die Schräglage zum Beispiel mit einem Kissen unterstützen.

 

Entdecken Sie leckere und gesunde Rezepte in unseren Broschüren: 

Information

Beide Broschüren können Sie bei uns bestellen. Senden Sie bitte eine E-Mail mit Angabe der Broschüre, Anzahl pro Broschüre und Ihren Adressdaten an uns: teva-schmerzteam.tevade@tevapharm.com Wir senden Ihnen umgehend die Broschüren per Post zu.

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