Was ist COPD und wie wird therapiert?
ATEMWEGE

Der COPD-Ratgeber

Erfahren Sie Wichtiges rund um das Thema chronisch obstruktive
Bronchitis und deren Therapie

Chronisch obstruktive Bronchitis (COPD)

Was ist COPD und wie wird therapiert?

Die Lungenkrankheit COPD (chronisch obstruktive Bronchitis) ist eine entzündliche, in der Regel fortschreitende Atemwegserkrankung, die durch eine dauerhafte Verengung der Atemwege (Atemwegsobstruktion) gekennzeichnet ist. Diese geht einher mit einer chronischen Bronchitis und/oder einem Lungenemphysem. COPD gehört neben Asthma zu den häufigsten Lungenerkrankungen. Charakteristisch ist der schleichende, über Jahre fortschreitende Verlauf, wodurch die Krankheit oftmals lange unentdeckt bleibt. Die typischen Symptome sind häufiges Husten (zu Beginn der Erkrankung typischerweise morgens), Auswurf und eine unter Belastung auftretende Atemnot sowie im späteren Verlauf eine auch ohne besondere körperliche Anstrengung bestehende Kurzatmigkeit, die bis zu akuter Luftnot führen kann1. In Deutschland sind schätzungsweise 10 bis 15 % der erwachsenen Bevölkerung von COPD betroffen.

Ursachen und Risikofaktoren für COPD

COPD kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden. Allen voran steht als auslösende Ursache jedoch das Rauchen von Tabak. 80 – 90 % der Personen mit COPD sind aktive Raucherinnen bzw. Raucher oder haben in der Vergangenheit geraucht und bis zu 50 % aller Raucherinnen bzw. Raucher entwickeln im Laufe ihres Lebens COPD. Daneben kann eine langfristige Exposition gegenüber Luftverschmutzung durch z. B. Industrieemissionen oder Autoabgase zur Entwicklung von COPD beitragen. Die berufsbedingte Schadstoffbelastung der Lunge durch anhaltende Chemikalien- oder Staubexposition erhöht das Risiko für COPD ebenfalls. Der genetische Einfluss auf die Entstehung von COPD ist noch nicht abschließend geklärt. Ein familiär gehäuftes Auftreten und die Identifizierung potenzieller Risikogene legen jedoch eine genetische Veranlagung nahe. Als gesichert gilt, dass ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AAT-Mangel, eine seltene genetische Stoffwechselerkrankung) das Risiko für eine COPD-Erkrankung erhöht. Dieses betrifft aber nur einen sehr kleinen Teil der Betroffenen, die dann einer spezifischen Therapie bedürfen.

Therapie von COPD

Therapie bei COPD

Obwohl COPD nicht heilbar ist, gibt es zahlreiche Möglichkeiten die Beschwerden zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die körperliche Belastbarkeit der Betroffenen zu steigern. Für einen günstigen Krankheitsverlauf ist insbesondere die frühzeitige Diagnose und Therapie entscheidend. Bei COPD erfolgt eine Klassifikation des Schweregrads der Atemwegsobstruktion in 4 Grade (GOLD 1 – 4; spirometrische Klassifikation). Da diese jedoch häufig nur schwach mit den Symptomen und der Beeinträchtigung des Gesundheitszustands korrelieren, wird empfohlen zusätzlich die individuellen Symptome sowie das Exazerbationsrisiko in die notwendigen therapeutischen Empfehlungen mit einzubeziehen (ABCD-Gruppen)2.

COPD Therapie: Tabakverzicht

Personen mit der Diagnose COPD sollten, unabhängig von der weiteren medikamentösen Therapie, in jedem Fall schnellstmöglich das Rauchen einstellen und dauerhaft abstinent bleiben. Eine Verringerung akuter Exazerbationen (über mehr als zwei Tage andauernde akute Verschlimmerungen der Symptome) sowie eine dauerhafte Symptomkontrolle lassen sich ohne einen sofortigen Rauchstopp nicht erreichen. Die Nationale Versorgungsleitlinie COPD3 gibt Maßnahmen und Algorithmen zur Tabakentwöhnung vor. Hierzu gehören zum Beispiel Gesprächs- oder Verhaltenstherapien wie auch der Einsatz von verschiedenen Nikotinersatztherapien.

Was hilft bei COPD: Inhalative Therapie

Ziel der medikamentösen COPD-Therapie ist es, durch bronchienerweiternde Medikamente (Bronchodilatatoren) die Atemnot und Belastbarkeit zu verbessern, akuten Exazerbationen vorzubeugen und so eine weitestgehende Beschwerdefreiheit sowie eine normale Teilnahme am täglichen Leben zu ermöglichen. Zum Einsatz kommen hierfür kurz- bzw. langwirkende Beta-2- Sympathomimetika oder Anticholinergika. Bei schwereren Formen der COPD kann darüber hinaus die Gabe von inhalativen Corticosteroiden indiziert sein, wenn trotz der Therapie mit Bronchodilatatoren häufige Exazerbationen auftreten. Die Nationale Versorgungsleitlinie COPD3 gibt hierzu einen Behandlungsalgorithmus vor, in dem die Intensität der medikamentösen Therapie an die Ausprägung der Symptomatik und die Häufigkeit und Schwere von Exazerbationen angepasst wird.

Doch trotz modernster Therapieoptionen ist der Kontrollgrad der Erkrankung häufig niedrig: Bis zu 80 % der Patientinnen und Patienten unterlaufen Fehler bei der Inhalation ihres COPD-Medikamentes4. Jedes Inhalationssystem stellt aufgrund seiner technischen Eigenschaften unterschiedliche Anforderungen an die Betroffenen. Inhalatoren mit komplizierter Bedienung führen häufig zu Anwendungsfehlern und einer schlechten Therapieadhärenz. Durch intuitiv zu handhabende Inhalationssystemen, die nach dem einfachen Prinzip „öffnen, inhalieren, schließen“ funktionieren und Fehler in der Anwendung verzeihen, kann die Therapietreue und der Erfolg der Behandlung verbessert werden. Zudem sollte der Austausch des gewohnten und geschulten Inhalationssystems gegen ein wirkstoffgleiches Gerät nach Möglichkeit vermieden werden, da es sonst gehäuft zu Anwendungsfehlern kommen kann, wodurch die Wirksamkeit der Therapie herabgesetzt wird. Wenn es zu einem Austausch kommt, muss eine neue Einweisung und Schulung auf das neue System erfolgen. Sprechen Sie daher mit Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihrem behandelnden Arzt und dem Apothekenpersonal, wenn Ihnen ein unbekanntes Inhalationssystem ausgehändigt wird.

Therapie von COPD: Wie Sport helfen kann

Bewegung ist beim Vorliegen von COPD wichtig und wirkt sich positiv auf Lungengesundheit und Lungenfunktion aus, wohingegen körperliche Inaktivität den Krankheitsverlauf verschlechtert. Die Intensität der körperlichen Bewegung kann dabei individuell an die persönlichen Möglichkeiten der Betroffenen angepasst werden. Grundsätzlich gilt: Auch ein bisschen Aktivität ist besser als gar keine. Lassen Sie sich diesbezüglich von Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt beraten.

Personen mit COPD haben häufig mit Atemnot zu kämpfen; dennoch kann Sport als Ergänzung zu einer medikamentösen Therapie den Betroffenen deutlich dabei helfen die krankheitstypischen Beschwerden zu lindern und Therapieerfolge zu verbessern. Die Teilnahme an Lungensport-Gruppen oder auch Atemphysiotherapie bietet Betroffenen eine gute Möglichkeit ihre körperliche Fitness zu verbessern und die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems zu erhöhen. Grundsätzlich eignet sich für Personen mit COPD jedoch fast jede Form von Sport, sofern sie sich nicht überanstrengen. Der Pneumologe Dr. Matthias Krüll bestätigt: „Die Hauptsache ist, dass sie die Bewegung regelmäßig ausführen. Ideal sind drei bis vier Einheiten pro Woche."5


REFERENZEN:

1 Lungeninformationsdienst: COPD; https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/copd
2 Globale Initiative für Chronisch-obstruktive Lungenkrankheiten: Diagnose, Management und Prävention von COPD, Pocket Leitfaden 2017; https://goldcopd.org/wpcontent/ uploads/2016/04/wms-GOLD-2017-German-Pocket-Guide.pdf
3 Nationale Versorgungsleitlinie COPD, 2. Auflage (2021); https://www.leitlinien.de/themen/copd/2- auflage
4 Hämmerlein A, Müller U, Schulz M. Pharmacist-led intervention study to improve inhalation technique in asthma and COPD patients. J Eval Clin Pract. 2011 Feb;17(1):61-70. doi: 10.1111/j.1365- 2753.2010.01369.x. Epub 2010 Aug 30. PMID: 20807295.
5 Gesundheit Adhoc: Teva erneut Co-Sponsor der Berliner Wasserbetriebe Team-Staffel COPD und Sport – für mehr Lebensqualität im Alltag; https://www.gesundheit-adhoc.de/teva-erneut-cosponsor- der-berliner-wasserbetriebe-team-staffel-copd-und-sport-fuer-mehr.html


RESP-DE-00018
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