Angehörige und Familie

Angehörige können für Sie als Migränepatient eine Schlüsselrolle darstellen. Es hilft sehr, wenn Ihnen die Menschen um Sie herum in akuten Phasen viel Verständnis und Rücksichtnahme entgegenbringen. Aber vielleicht können Sie Ihre Angehörigen auch in die Vorbeugung einbeziehen.

Oft hilft es, über die akuten Situationen im Vorfeld zu sprechen. Dann werden die Angehörigen mehr Verständnis für Sie während einer Attacke haben, selbst wenn Sie vielleicht vor Schmerzen schreien oder sich ganz anders als sonst verhalten.

Vielleicht kann Ihr Partner Sie auch einmal zum Arzt begleiten, um die Situation besser zu verstehen und ggfs. auch um fachliche Fragen zu stellen.

 

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Sprechen Sie auch nach einer Attacke mit den Angehörigen in Ihrem Umfeld, sodass Sie verstehen, welches Leid Ihnen während eines Migräneanfalls widerfährt und was Sie in dieser Situation durchmachen. Erklären Sie ihnen, wie sie in einem solchen Moment unterstützen können und wie sie sich verhalten sollten. Schon ein Gespräch hilft, viele Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und bei beiden Seiten Verständnis für die Situation zu schaffen.

Motivieren Sie Ihre Angehörigen, Sie auch bei der Migräneprävention zu unterstützen. Erklären Sie, dass es Ihnen so viel leichter fällt, zum Beispiel gesund zu kochen oder regelmäßig Sport zu machen. Zu zweit bringt Sport sowieso mehr Spaß!

 

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53% der Migränepatienten haben Anfälle, die so schwer sind, dass sie Bettruhe notwendig machen.

 Wenn Sie eine Familie haben, schränkt die Erkrankung den „laufenden Familienbetrieb“ sehr ein. Wenn Sie aufgrund einer Migräneattacke komplett ausfallen und sich zurückziehen, ist das für jüngere Kinder meistens schwer nachzuvollziehen. Vielleicht hilft es Ihnen und Ihrer Familie, einen Notfallplan zu erstellen. Im Fall eines akuten Migräneanfalls könnte so schon vorher geklärt sein, ob die Kinder zu einer befreundeten Familie gehen können oder ein Nachbar zum Babysitten einspringen kann. Das funktioniert am besten, wenn das gesamte Umfeld Verständnis aufbringt. Umso wichtiger ist es daher, die Personen in Ihrem Umfeld mit ins Boot zu holen und über die Krankheit und die Symptome ehrlich aufzuklären. So kann Ihrer gesamten Familie in der „Notfallsituation“ am besten geholfen werden.

Familienplanung

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Eine Migräne ist natürlich überhaupt kein Grund vor einer Schwangerschaft zurückzuschrecken. Grundsätzlich sollte während der Schwangerschaft jedoch auf Schmerzmittel verzichtet werden, bzw. diese nur in Rücksprache mit dem Arzt genommen werden. Daher ist es wichtig, Ihren Arzt frühestmöglich über die Schwangerschaft zu informieren und einzubinden. Er wird mit Ihnen zusammen die richtige Medikation finden. Es könnte sinnvoll sein, im Vorfeld einer geplanten Schwangerschaft eine prophylaktische Therapie durchzuführen, um die Häufigkeit der Anfälle zu reduzieren. Selbstverständlich sollten alle anderen zuvor genannten Präventionsmaßnahmen auch und gerade in der Schwangerschaft beherzigt werden. Denken Sie also an regelmäßige und gesunde Ernährung und daran, viel zu trinken. Die gute Nachricht ist, dass sich Migränekopfschmerzen vor allem im 2. und 3. Trimenon meist stark bessern oder komplett nachlassen.

Migräne Ratgeber