Eine Familie mit 2 kleinen Mädchen geht mit Gepäck zur Wohnungstür, um in den Urlaub zu starten

 

Gute Planung hilft


Migräne im Gepäck? 6 Tipps, wie der Familienurlaub trotzdem unvergesslich werden kann

Migräne kann Reisepläne durchkreuzen. Dennoch ist es mit guter Planung und einer positiven Einstellung trotzdem möglich eine unvergessliche Erinnerung zu schaffen. 


Urlaube können stressig sein, wenn man mit Migräne lebt. Im Gegensatz zu vielem anderen lässt sich eine chronische Erkrankung nicht einfach zu Hause lassen – man muss also oft den Spagat zwischen Spaß und Krankheit schaffen.

Manchmal passieren auch unvorhersehbare Dinge auf Reisen. Daher ist es sinnvoll, sich gut vorzubereiten, um das Beste aus dem Urlaub herauszuholen.

Wenn Sie wie ich mit Migräne leben, helfen Ihnen diese Tipps vielleicht bei der Vorbereitung Ihrer nächsten Reise:


Planen Sie im Voraus, damit Sie wirklich alles dabeihaben, was Sie brauchen.  Es ist eine gute Idee, eine Woche vor der Abreise das Nötigste für die Migräne zu packen. Dazu gehören:

  • Medikamente: Lassen Sie sich rechtzeitig neue Rezepte ausstellen, wenn nötig. Nehmen Sie die Medikamente im Handgepäck mit – in der Originalverpackung inklusive der Gebrauchsinformation und mit einer Zollbescheinung. Spritzen oder medizinische Geräte können kontrolliert werden, also halten Sie alles geordnet und leicht zugänglich. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise über die genauen Einfuhrbestimmungen von Medikamenten in Ihrem Reiseland sowie über die Lagerungsbedingungen für Ihre Medikamente auf der Reise.
  • Medizinische Informationen: Notieren Sie Notfallkontakte und die Telefonnummer des nächstgelegenen Krankenhauses am Urlaubsort. Wenn Sie dringend Hilfe brauchen, kann ein Anruf im Voraus wichtig sein.
  • Praktische Helfer gegen Symptome und Auslöser: Nehmen Sie eine Sonnenbrille mit, um sich vor grellem Licht zu schützen. Ohrstöpsel oder Kopfhörer helfen gegen Lärm. Mehrere Kleidungsschichten helfen bei Hitzewallungen oder Kälteschüben.
  • Alles, was Ihnen guttut: Das kann ein Nackenkissen oder ätherisches Öl sein.
  • Gesunde Snacks und Getränke: Auf Reisen kommt es oft zu Verzögerungen. Wenn Sie etwas zum Snacken dabeihaben, können Sie Lebensmittel vermeiden, die Beschwerden auslösen können. Und vergessen Sie die Wasserflasche nicht!

Reisestress gehört bei mir zu den größten Auslösern. Diese Tipps helfen mir, diese zu vermeiden:

  • Frühzeitig am Flughafen sein: So können Sie entspannter bleiben, auch wenn Ihr Gepäck kontrolliert wird oder der Flug verspätet ist.
  • Eine positive und flexible Haltung bewahren: Reisen kann chaotisch sein – versuchen Sie, Ihre Emotionen im Griff zu behalten. Tiefe Atemzüge, Yoga, Spaziergänge, leichte Dehnübungen oder Meditation helfen dabei.
  • Viel Wasser trinken: Dehydrierung ist ein unterschätzter Auslöser, der leicht zu vermeiden ist. Also: trinken, trinken, trinken!
  • Wetterbericht checken: Wenn das Wetter ein Auslöser für eine Migräneattacke sein kann (z. B. Stürme, Hitze oder Luftdruckänderungen), können Sie sich entsprechend darauf vorbereiten.

Im Urlaub will man ausschlafen, spät ins Bett gehen und mehr essen und trinken – das verträgt sich meist nicht mit einer migräneanfälligen Person. Schlaf ist essenziell für die Regeneration des Gehirns. Deshalb kann schon eine kleine Abweichung vom gewohnten Rhythmus eine Migräneattacke auslösen.

Ein klarer Tagesablauf hilft mir, regelmäßig zu essen und zu schlafen. Das klingt vielleicht nicht spannend – aber es ist allemal besser als eine Migräneattacke.
Ich vermeide auch Aktivitäten, die erfahrungsgemäß eine Migräneattacke auslösen können – etwa neue Sportarten oder Alkohol, wenn das bei mir zu Symptomen führt.

Ignorieren Sie die Warnzeichen Ihres Körpers nicht. Hören Sie auf Ihr Gefühl und überfordern Sie sich nicht. Wenn Sie sich an einem Tag übernehmen, könnte der nächste Tag von einer Migräneattacke bestimmt sein. 

Seien Sie ehrlich zu Ihren Mitreisenden – und bitten Sie um Hilfe, wenn Sie welche brauchen.

Der Urlaub wird vielleicht anders verlaufen, als Sie ihn sich vorgestellt haben. Selbst die besten Pläne können durch eine Migräneattacke über den Haufen geworfen werden. Aus einem romantischen Abendessen kann ein ruhiger Couchabend werden. Vielleicht müssen Sie auch Stunden oder gar Tage im Bett verbringen.

Versuchen Sie trotzdem, die kleinen, schönen Momente zu genießen – oft entstehen gerade durch Planänderungen wunderbare neue Erlebnisse. Wenn ein Tag in der Sonne nicht funktioniert, tut es vielleicht ein abendlicher Spaziergang unter den Sternen.

Verbinden Sie sich mit der Natur. Barfuß im Sand, frische Luft einatmen, Wasser auf der Haut spüren – das alles kann Sie daran erinnern, wie großartig die Welt ist.

Versuchen Sie nicht, sich auf die durch eine Migräneattacke verlorene Zeit zu konzentrieren – versuchen Sie stattdessen, dankbar für die schönen Momente zu sein. Ich mache in solchen Augenblicken oft Fotos, um die schönen Erinnerungen für immer festzuhalten.

Bleiben Sie präsent und genießen Sie Ihren Urlaub so gut Sie können. Gelassenheit und Freude schaffen Erinnerungen, die bleiben.



Fazit

Manchmal bin ich wie benebelt vor Migräne – und mache trotzdem weiter mit meinem Urlaub. Rückblickend sehe ich, wie stark ich in diesen Momenten war. Vielleicht konnte ich nicht alles machen, was ich wollte – aber ich war da. Und mit etwas Planung und einer positiven Einstellung kann man einige Symptome vermeiden und viele schöne Momente erleben.


Steckbrief Sarah Rathsack

 

Autorin: Sarah Rathsack

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