Kopfschmerzen durch Pferdeschwanz: Kann die Frisur eine Migräneattacke auslösen?
Ich hatte schon immer eine empfindliche Kopfhaut, die tendenziell weh tat. Meine Mutter und meine Oma mussten meine Haare als Kind vorsichtig kämmen, weil das leichteste Ziehen sehr schmerzhaft war.
Aber was hat das mit Migräne zu tun?
Nun, ich entwickelte als junge Teenagerin Migräne, aber ich hatte meine Haare immer zu einem Pferdeschwanz gebunden. Ich hasste es, wenn mir meine langen, dicken Haare immer ins Gesicht fielen.
Wenn ich von der Schule nach Hause kam, konnte ich es kaum erwarten, meinen Pferdeschwanz zu lösen. Meine Kopfhaut brannte förmlich – jeder Haarstrang schmerzte, zog an meiner Haut und verursachte Schmerzen. Sobald ich das Haargummi entfernte, waren diese Beschwerden sofort weg.
Wie enge Frisuren oder volle Haare Migräneattacken auslösen können
Damals hatte ich noch nie von „Pferdeschwanz-Migräne“ bzw. von engen Frisuren als Migräneauslöser gehört. Um ehrlich zu sein, hatte ich nie daran gedacht, dass meine Frisur etwas mit meinen Schmerzen zu tun haben könnte. Aber mit zunehmendem Alter habe ich aufgehört, meine Haare als Zopf zu tragen, weil ich zu viele Migräneattacken hatte.
Hier ein kurzer wissenschaftlicher Teil:
Die Empfindlichkeit der Kopfhaut hängt mit den extrem sensiblen Nerven zusammen, die vom Nacken bis zur Stirn verlaufen.
Eine enge Frisur, wie ein Pferdeschwanz, löst ein Engegefühl in zu vielen dieser Nerven aus und kann dadurch schreckliche, drückende Kopfschmerzen verursachen1. Der Stress und die Empfindung dieser Schmerzen können einen richtige Migräneattacke auslösen – daher „Pferdeschwanz-Migräne“2.
Ich habe später entdeckt, dass dies eine Allodynie sein könnte, was bedeutet, dass man Schmerzen bei der geringsten Berührung verspürt. Wenn Sie spüren, dass ihr Pferdeschwanz Kopfschmerzen auslöst, machen Sie als Erstes Ihren Zopf auf.
Ich habe jetzt eine weniger enge Frisur und trage meine Haare lockerer. Jetzt lösen meine langen Haare nur eine Migräneattacke aus, wenn ich sie waschen muss. Wenn meine Haare fettig werden, werden sie auch schwerer, wodurch sich die Nerven meiner Kopfhaut entzünden. Das verursacht dann Kopfhautschmerzen.
Ich wasche meine Haare zweimal pro Woche und verzichte auf Produkte, weil sie schnell Rückstände hinterlassen und das Haar unnötig beschweren – genau das, was ich vermeiden will.
Experimentieren mit Frisuren zur Vermeidung von Migräneattacken
Wenn ich meine Haare aus dem Gesicht haben will, mache ich einen lockeren Dutt/Haarknoten oben auf dem Kopf. Ein Scrunchie (ein weiches, stoffbezogenes Haargummi) ist ideal – es zieht nicht und reißt keine Haare aus.
Migräne hindert mich auch daran, Haarreifen, Spangen oder etwas Einschränkendes zu tragen, wie z. B. eine Schlafmaske. Sowohl eine enge Frisur als auch Kopfbedeckung können zu einem externen Kompressionskopfschmerz führen.
Zuerst machte ich mir Sorgen, dass ich keine Hüte mehr tragen konnte. Ich mag es, gut auszusehen, egal wie ich mich gerade aufgrund meiner Krankheit fühle. Hüte sind ein unverzichtbares Accessoire in meiner Garderobe. Ich habe Monate herumprobiert, verschiedene Hutstile getestet und probiert, welche ich gut vertragen konnte. Glücklicherweise habe ich einige gefunden – und das Abnehmen eines Hutes ist viel einfacher als das Lösen eines Pferdeschwanzes!
Neben Hüten und Frisuren habe ich auch mit verschiedenen Haarschnitten experimentiert. Bevor ich wusste, wie sehr meine Haare Kopfhautschmerzen und Migräneattacken auslösten, bat ich meinen Frisör vor etwa zwölf Jahren um einen Kurzhaarschnitt.
Er hat meine langen Locken abgeschnitten und eine Seite meines Kopfes rasiert. Ich habe meine Haare etwa fünf Jahre lang so getragen und bemerkte schnell, dass sich meine Migräne veränderte. Natürlich verschwand sie nicht vollständig, aber meine Haare waren so kurz, dass es meine Kopfhautempfindlichkeit nicht verschlimmerte. Was für eine Erleichterung!
Den richtigen „schmerzfreien“ Haarschnitt finden
Aber der Besuch beim Frisör war nicht völlig schmerzfrei. Ich musste alle paar Wochen zum Spitzenschneiden und Nachfärben. Wenn ich zum Schamponieren zum Waschbecken ging, habe ich mich immer gleich auf eine weitere Migräneattacke vorbereitet.
Ich weiß, dass manche Leute es lieben, ihre Haare vom Frisör waschen zu lassen – aber ich hasste es, meinen Kopf in das Waschbecken zu legen, da die harte Kante immer die Schädelbasis belastet.
Letztendlich habe ich mit dem Frisör über meine Beschwerden gesprochen. Er hat dann ein Handtuch zusammengerollt und es als eine Art Kissen unter meinen Nacken gelegt. Und es hat funktioniert!
Ich bemerkte, dass ich weniger Migräne mit kürzerem Haar hatte, aber ich zog immer noch nicht den richtigen Schluss. Es fiel aber bald auf, als ich meine Haare wieder länger wachsen ließ. Obwohl sie die Ursache einiger Schmerzen waren, liebe ich längere Haare und war davon gelangweilt, immer die gleiche Frisur zu tragen.
Allerdings dauerte es nicht lange, bis die Kopfhautschmerzen bzw. die Pferdeschwanz-Migräne wieder begannen. Ich habe daran gedacht, meine Haare wieder abzuschneiden, aber vergessen, was für ein Genie mein Frisör war.
Als ich erklärte, dass ich mein Haar gerne länger tragen wollte, aber mir nicht vorstellen konnte, wie ich das schaffen kann, schnitt er viele unterschiedlich lange Stufen, behielt aber die Länge bei. Ich war begeistert! Es passte zu meinem Stil und die Stufen bedeuteten, dass die Frisur leicht genug war und keine entsprechenden Migräneattacken auslöste. Ich möchte diesen Look nun langfristig beibehalten.
7 Tipps, um zu verhindern, dass Ihre Frisur eine Migräneattacke auslöst
Wenn Ihre Frisur also auch ein Auslöser für Migräneattacken ist, sind hier meine Top-Tipps für schmerzfreies Styling:
- Tragen Sie keine engen Frisuren wie Pferdeschwanz, Haarknoten oder Zöpfe. Diese mögen gut aussehen, aber sie sind den schmerzenden Kopf bzw. die schmerzende Kopfhaut wenige Minuten später einfach nicht wert.
- Verzichten Sie möglichst auf Haarverlängerungen. Sie sind schwer und reizen eine empfindliche Kopfhaut nur noch mehr.
- Verwenden Sie keine engen Accessoires wie Haarreifen, Schlafmasken oder enganliegende Mützen.
- Entscheiden Sie sich für eine Frisur mit vielen Stufen. So schaffen Sie sowohl Volumen als auch ein wunderbares Gefühl der Leichtigkeit.
- Lassen Sie sich die Haare alle paar Wochen professionell ausdünnen.
- Verwenden Sie ein Trockenshampoo zur Auffrischung zwischen den Haarwäschen.
- Experimentieren Sie mit verschiedenen Frisuren und Accessoires, um zu sehen, was Ihnen gefällt und keine Schmerzen bereitet!
Fazit
Die Frisur kann überraschenderweise ein Auslöser für Migräneattacken sein und leider kann ich keinen pauschalen Rat geben, der für alle funktioniert. Es wäre einfach, zu raten, dass sie Ihre „Haare einfach abschneiden“ sollen, aber viele Menschen finden nicht, dass ihnen kurze Haare stehen. Ich glaube auch nicht, dass kurze Haare meinem eigenen Stil entsprechen, aber lange Haare können anstrengend sein.
Allerdings sind meine Haare in einem hervorragenden Zustand, wenn sie häufiger geschnitten werden, und ich schädige die Struktur nicht mit zu engen Haarbändern und fettigen Produkten. Ein superlockerer Dutt mit einem Zopfgummi aus Stoff verursacht mir keine Probleme und ich kann meine Haare je nach meinem aktuellen Outfit hochstecken oder offen tragen. Wenn ich weiß, dass meine Frisur eine Migräneattacke auslösen kann, bin ich vorsichtig, wie ich meine empfindliche Kopfhaut behandle!
Ich weiß, dass es vielen Menschen wichtig ist, welche Frisur sie tragen. Opfern Sie aber nicht Ihre Gesundheit für eine pflegeintensive Frisur, die Sie bei einem Star gesehen haben. Vertrauen Sie mir – Sie werden sich viel besser fühlen!
Quellen
1 Primärer Kopfschmerz durch äußeren Druck - DocCheck Flexikon (https://flexikon.doccheck.com/de)
2 Darum können Pferdeschwänze Migräne auslösen (https://www.maedchen.de/beauty/achtung-pferdeschwaenze-koennen-migraene-ausloesen)