Migräne-betroffene Frau macht ihr Bett mit einer neuen Haushaltsstrategie

 

Hausarbeit bewältigen


4 Haushalts-Tipps für Migräne-Betroffene

Chronische Migräne* kann das Schmeißen des Haushalts zu einer noch größeren Aufgabe machen, als sie sowieso schon ist. Daisy Macdermott teilt vier Tipps für Migräne-Betroffene, damit ihnen die Hausarbeit nicht über den Kopf wächst. 


Es gibt Jahreszeiten, in denen Sie die Auswirkungen einer chronischen Erkrankung sehr schwer treffen können. In den letzten Monaten habe ich mehrere Checklisten zum „Frühjahrsputz“ online gesehen, die in mir Schuld- und Schamgefühle auslösten.

Habe ich das perfekte Zuhause, wenn mir nur die wesentlichen Dinge reichen? Ich habe das Gefühl, dass die gesellschaftlichen Erwartungen mich belasten, egal ob ich an chronischer Migräne leide oder nicht... und ich habe Schwierigkeiten, das loszulassen. 


Der Zyklus der Migräne, immer schlimmer werdender Unordnung und Schuldgefühle

Mein Zuhause war mit chronischer Migräne eine ständige Stressquelle. Wenn es mir nicht gut genug ging, um den Haushalt zu erledigen, zu putzen und zu Hause zu kochen, blieb vieles liegen. Das Problem verschlimmerte sich so lange, bis es sich unmöglich anfühlte, damit fertigzuwerden 

Viele Leute haben mir vorgeschlagen, eine Reinigungskraft zu engagieren. Aber da ich wegen meiner Migräne nicht arbeiten kann, kann ich mir das finanziell nicht leisten. Und selbst wenn ich es könnte, wäre es einfach nicht praktikabel. Die Wohnung wäre nie ordentlich genug, damit die Reinigungskraft kommen und putzen könnte. 

Also habe ich meine Zeit damit verbracht, „migränegerechte Strategien für den Haushalt“ zu entwickeln, die mir helfen, mein Zuhause im Rahmen der Möglichkeiten, die mir meine chronische Erkrankung lässt, aufzuräumen.


4 Strategien, wie Sie trotz Migräne Ihre Hausarbeit bewältigen können

Anfang dieses Jahres, als alle ihre Neujahrsvorsätze fassten, habe ich beschlossen, etwas in meinem Zuhause zu verändern. Etwas, das über ein schnelles Aufräumen hinausgeht. Ich wusste, dass ich etwas tun wollte, das langfristig Wirkung zeigt.

Nachdem ich mir also eine Fernsehsendung über „Organisationsguru“ Marie Kondo1 angesehen habe, dachte ich, dass ich diese neue Methode ausprobieren würde. Ich habe es mit einer guten Freundin besprochen, die Maries Bücher gelesen hat. Ich habe sofort erkannt, dass die von ihr vorgeschlagenen Strategien angepasst werden müssen, wenn man mit einer chronischen Erkrankung lebt. 

Wenn Sie die KonMari-Methode2 befolgen, müssen Sie zuerst alle Ihre Kleidung auf einen Haufen legen. Sobald der visuelle Eindruck all Ihrer Kleidungsstücke auf Sie gewirkt hat, gehen Sie jedes Kleidungsstück einzeln durch und behalten nur, was Ihnen Freude macht.

Nur der reine Gedanke daran ließ mir den kalten Schweiß ausbrechen. 
Die Anstrengung, die erforderlich wäre, meine Kleidung aus meinem Schrank zu nehmen und auf einen Haufen zu legen, würde zweifellos eine Migräneattacke auslösen. Ganz zu schweigen von dem Prozess, alles wieder zurückzulegen! Bei mir würde nur ein riesiger Haufen an Klamotten drei Tage lang auf dem Bett liegen bleiben, was unglaubliche Erschöpfung und dreitägige Kopfschmerzen auslösen würde. 

Mir wurde klar, dass es entscheidend ist, langsam vorzugehen, wenn ich Fortschritte machen wollte. Ich bin meine Kleidung nach Kategorien durchgegangen und schon nach wenigen Wochen stellten sich erste Erfolge ein. 

Hätte ich die gleichen Dinge behalten, wenn ich genau die von Marie Kondo vorgeschlagene Methode befolgt hätte? Ich weiß es nicht. Doch die Anpassung des Tempos bedeutete, dass ich alles geschafft habe, auch wenn es etwas länger dauerte. 

Beim Durchsehen meiner Unterwäsche ist mir etwas aufgefallen (entschuldigen Sie, dass ich so offen darüber spreche). Obwohl ich Slips aussortiert habe, die nicht mehr gut passten – vor allem, wenn sie beim Tragen schon fast unangenehm waren – konnte ich mich nicht dazu überwinden, alle wegzugeben. Das klingt vielleicht harmlos … aber ich habe über 150 Stück gezählt!

Als ich meiner Freundin, die mit dem gleichen Prozess beschäftigt war, davon berichtete, konnte sie nicht verstehen, warum ich eine so unglaubliche Menge an Unterwäsche besaß. 

Dann hörte ich auf, über diese enorme Menge an Slips zu lachen, und habe darüber nachgedacht, warum ich eigentlich so viele hatte... 

Wenn es mir früher besonders schlecht ging, sah ich mich nicht in der Lage, meine Wäsche zu waschen. Früher ignorierte ich einfach die Schmerzen und konzentrierte mich ganz auf meine Arbeit und es war viel einfacher, neue Unterwäsche zu kaufen, als welche zu waschen und zuhause zu trocknen.

Diese „Bevorratung“ bereitet mir zwar keine echte Freude, aber es ist beruhigend zu wissen, dass ich genug Unterwäsche habe, um mehrere Tage ohne Wäschewaschen auszukommen.

Mit einer chronischen Erkrankung zu leben bedeutet, dass ich mich auf eine Weise anpassen musste, die manche vielleicht als ‚seltsam‘ empfinden. Eine meiner effektivsten Strategien für einen migränefreundlichen Haushalt ist es, die eigenen Grenzen anzuerkennen – und die kleinen Eigenheiten, die daraus entstehen, zu akzeptieren.

Verbesserungen in nur einem Teil meiner Wohnung erfordern viel Energie und Konzentration. Es wurde deutlich, dass es Jahre dauern würde, alles zu organisieren. Kaum vorzustellen, wenn ich mit chronischer Migräne umziehen müsste! Glücklicherweise ist das nichts, womit ich mich aktuell beschäftigen muss. 

Anstatt also in der Reihenfolge durch meine Wohnung zu gehen, die die KonMari-Methode vorschlägt, entschied ich mich, die Dinge so zu priorisieren, wie sie sich auf mein Stressniveau und mein psychisches Wohlbefinden auswirken könnten. Hier sind meine wichtigsten Prioritäten:

  • Kleidung sortieren: Das ordentliche Zusammenfalten schafft zusätzlich Platz und erleichtert es, die frisch gewaschene Wäsche unterzubringen. 
  • Schuhe und Taschen organisieren: Wenn sie leicht zugänglich sind, ist es deutlich einfacher (selbst an schwierigen Tagen), das Haus zu verlassen.
  • Bettwäsche und Handtücher ordnen: So wird das Wechseln viel reibungsloser und weniger stressig. 
  • Entfernen Sie alle unnötigen Toilettenartikel aus dem Badezimmer. Dadurch wirkt der Raum aufgeräumt und Sie können Dinge leichter finden. 

Anstatt mich schlecht zu fühlen wegen all der Dinge, die ich nicht geschafft habe, freue ich mich inzwischen ein wenig über die kleinen Dinge, die ich jeden Tag tun kann.

Eine weitere meiner liebsten migränefreundlichen Strategien im Haushalt ist es, selbst in alltäglichen Pflichten etwas zu finden, das mir Freude macht und mir im Umgang mit meiner Migräne hilft.

Ich trinke viel Tee, also habe ich extra Zeit damit verbracht, eine kleine Schublade einzurichten, um meinen Tee dort zu verstauen. Jedes Mal, wenn ich eine Tasse Tee koche, bringt mir das Freude. Dies motiviert mich auch, ausreichend Flüssigkeit zu mir zu nehmen, da es wichtig ist, ausreichend zu trinken, um Migräneattacken vorzubeugen. 



Fazit

Wie Sie mit der Erledigung Ihrer Haushaltspflichten umgehen, sollte an Ihre chronische Erkrankung angepasst sein. Wenn man Schritt für Schritt Veränderungen vornimmt, resultiert dies oft in einem besseren Zuhause.

Obwohl meine Wohnung vielleicht ein Albtraum für andere Menschen ist, fühlt sie sich für mich viel besser an. Am wichtigsten ist, dass Sie kleine Schritte machen, die einen großen Unterschied bringen. 

Ich habe Probleme mit der Wäsche, dem Kochen, dem Putzen und dem Aufräumen, und es gruselt mich immer noch, wenn ich Checklisten für den „Frühjahrsputz“ sehe. Aber ich arbeite daran, all diese Dinge für mich dauerhaft einfacher zu machen.

*Chronische Migräne = Kopfschmerzen an ≥15 Tagen pro Monat, davon 8 oder mehr Tage pro Monat mit Migräne-Merkmalen, über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten



Autorin: Daisy Macdermott

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